Wie wahr, wie wahr…

Aufgrund meiner Diplomarbeit beschäftige ich mich gerade mit Zygmunt Baumans Theorie der Postmoderne. Dabei bin ich auf eine Aussage Baumans gestoßen, die ein meiner Meinung nach wichtiges Phänomen unserer Zeit ziemlich gut beschreibt. Ich dachte, ich teile sie euch mal mit..

Die Fremdbestimmung, die durch den Zwang einst offenkundig war, verbirgt sich heute hinter Verführung.“ (aus: Zygmunt Bauman: „Ansichten der Postmoderne“, Hamburg 1995, S. 230)

So viele Menschen in unserer Gesellschaft werden von irgendwelchen Dingen derart angezogen oder bestimmt, dass man keineswegs noch von Freiheit oder Selbstbestimmung sprechen kann. Interessanterweise denken sie aber, dass sie frei sind und nur ihrer eigenen Kontrolle unterstehen. Ist diese so subtile „Verführung“ nicht sogar „gefährlicher“ als ein offener Zwang? Sie lässt die Menschen mit der Illusion leben, dass sie tun und lassen können, was sie wollen. Und weil sie meinen, frei zu sein, denken sie nicht darüber nach, was oder wer ihr Leben tatsächlich bestimmt. 

Wovon wird unser Leben wirklich bestimmt? Was lenkt uns in unseren Entscheidungen? Sind wir uns dessen bewusst?

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